1. Nachhaltige Unternehmensführung // 2. Geschäftsmodell und Geschäftsgang // 3. Soziales // 4. Umwelt
2.2 Geschäftsgang
Die SQS erwirtschaftete 2025 rund CHF 49 Mio., was einem zyklusbedingten Rückgang von rund 3% entspricht. Dass die EBITDA-Marge – der Anteil des Gewinns vor Abzug von Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) am Umsatz – leicht auf 2.9% sank, ist primär auf zwei Faktoren zurückzuführen:
Die planmässigen Investitionen in die Entwicklung des MS Dynamics 365 als neues System für das Enterprise-Resource-Planning (ERP) und das Customer-Relationship-Management (CRM) sowie den anhaltend hohen administrativen Aufwand durch das regulatorische Umfeld. Die Anforderungen der staatlichen Akkreditierungs- und privaten Zulassungsstellen führen zu einem immer grösseren Verwaltungsaufwand. Zudem schränken diese Stellen im Namen der Unparteilichkeit sowie hoher Qualifikationsanforderungen die Möglichkeiten ein, Auditierende in vielfältigen Scopes einzusetzen. Das mindert die Skaleneffekte, verschärft den Fachkräftemangel und treibt so die Kosten an.
Wir betrachten diesen Rückgang als bewusste Investition in die Zukunftsfähigkeit und in die Qualität unserer Dienstleistungen, anstatt kurzfristige Gewinnmaximierung auf Kosten der Substanz zu betreiben.
Strategische Geschäftsfelder 1 und 2
Die SQS führte 2025 in ihrem Portfolio über 100 Produkte. Dabei war zu unterscheiden zwischen Produkten
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im akkreditierten Bereich (Berechtigung zur Zertifizierung anerkannter Normen durch staatliche Akkreditierungsstellen);
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im weiteren regulierten Bereich (Berechtigung zur Zertifizierung von privaten Standards durch private Zulassungsstellen);
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im nicht regulierten Bereich.
Das gesamte Dienstleistungsangebot ist auf dieser Landingpage ersichtlich. Weitere Informationen zur Akkreditierung im Allgemeinen sowie zu den Akkreditierungen und Zulassungen der SQS enthält der Blogbeitrag «Die Akkreditierung: die Spreu vom Weizen trennen». Die Schweizerische Akkreditierungsstelle ist vor der italienischen Accredia die mit Abstand wichtigste Akkreditierungsstelle für die SQS.
Entwicklung hin zu vier Kernnormen
Die grosse – und wachsende – Anzahl Produkte darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass ein Grossteil des Umsatzes mit drei Hauptnormen im akkreditierten Bereich erwirtschaftet wird: der ISO 9001:2015 (Qualitätsmanagement), der ISO 14001:2015 (Umweltmanagement) und der ISO 45001:2018 (Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit). In den letzten fünf Jahren bewegte sich der Anteil der drei Kernnormen an allen Zertifizierungen stets zwischen 66% und 70% (2025: 66%).
Dieses Verhältnis dürfte sich künftig verschieben, sofern die Nachfrage nach zertifizierten Managementsystemen für Informationssicherheit weiterhin so stark wächst. Bereits 2025 verzeichneten wir erstmals mehr Anmeldungen für Zertifizierungen nach ISO/IEC 27001:2022 als für die ISO 45001:2018. Hinzu kam ein wachsendes Interesse an weiteren Standards der 27000-Normenfamilie zu Informationssicherheit. Weshalb Unternehmen diese Dienstleistung zunehmend in Anspruch nehmen, beleuchten wir praxisnah im Blogbeitrag Zielscheibe Energiewerk: Wie machen wir unsere Infrastruktur sicherer?
Die folgenden Blogbeiträge aus dem Berichtsjahr zeigen aber auf: Die drei traditionellen Kernnormen bleiben für viele Unternehmen – grosse und kleine aus den unterschiedlichsten Branchen – die verlässliche Grundlage, um die Komplexität des betrieblichen Alltags zu bewältigen:
Die Kernnormen – insbesondere die ISO 9001:2015 – sind umso wichtiger, als sie für die Kunden oftmals die Basis für die Integration weiterer Normen legen und damit ein Treiber des Cross-Selling sind, bei dem die SQS den Wettbewerbsvorteil ihres breiten Angebots nutzen kann. Ein wesentlicher Treiber für die Vertiefung bestehender Mandate ist die Erkenntnis der Kunden, dass integrierte Managementsysteme die Komplexität im Betrieb senken. Daher erklärten wir in unseren Marketing- und Kommunikationsaktivitäten konsequent den Nutzen Integrierter Managementsysteme (vgl. zum Beispiel den Blogbeitrag IMS – Was ist ein Integriertes Managementsystem?). Ende 2025 nutzen bereits 17% unserer Kunden drei oder mehr SQS-Zertifikate.
ISO4ESG mit dem Sustainability Performance Standard
Die vielfältige Anwendbarkeit und Integrationsfähigkeit von ISO-Managementsystemen (ISO-MS) steht auch am Ursprung des «ISO4ESG»-Ansatzes: Das Kürzel steht für die zukunftsweisende Nutzung von ISO-MS im Kontext von Umwelt (Ecology), Gesellschaft (Society) und Unternehmensführung (Governance). Die SQS engagiert sich seit Jahrzehnten für die pragmatische Anwendung und Weiterentwicklung des ISO-Instrumentariums in der Schweizer Wirtschaft. Mit ISO4ESG benennen wir unsere Anstrengungen, ISO-MS für die effiziente und effektive Erfüllung der zunehmenden Anforderungen an eine nachhaltige Unternehmensführung zu nutzen.
Mit ISO4ESG verfolgen wir mehrere strategische Ziele:
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Kundenbedürfnisse befriedigen;
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die langfristige Relevanz der ISO-MS-Normen stärken;
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die ISO-Kompetenz und ISO-Reputation der SQS im Markt für Nachhaltigkeitsdienstleistungen zur Positionierung und Differenzierung nutzen;
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Synergien innerhalb der SQS nutzen bzw. schaffen.
Der 2025 lancierte Sustainability Performance Standard ist das Angebot der SQS an KMU, den ISO4ESG-Ansatz konkret anzuwenden. Er zeichnet sich durch folgende Merkmale aus:
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Fokus auf das Wesentliche: Der SPS fordert und fördert konkrete Massnahmen und sichtbare Ergebnisse – und zwar nur in Bezug auf wesentlichsten Nachhaltigkeitsthemen.
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Qualität und Glaubwürdigkeit: Die Zertifizierung des SPS-Managementsystems bestätigt, dass ein Unternehmen strategisch und konsequent an seiner Nachhaltigkeit arbeitet. Die Verifizierung der Nachhaltigkeitsbewertung – als integraler Teil des SPS – gewährleistet eine hohe Datenqualität. Dies stärkt die Grundlage der Unternehmensführung und das Vertrauen der Stakeholder.
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Kontinuierliche Verbesserung: Der SPS beruht auf der harmonisierten Struktur der ISO-Managementsystem-Normen. Er nutzt also einen weltweit anerkannten und bewährten Managementansatz für die Nachhaltigkeit und verlangt, dass sich die Anwender/innen kontinuierlich verbessern.
In zwei Blogbeiträgen stellen wir die Erfahrungen von zwei Pilotkunden dar:
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«Der SPS schafft die Glaubwürdigkeit, die der Markt verlangt»
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«Die Erwartungen an Transparenz und Verantwortungsbewusstsein sind deutlich gestiegen»
Verifizierung und Validierung von Nachhaltigkeitsinformationen
Die Verifizierung von Treibhausgasbilanzen nach der ISO 14064-1 ist das zweite Thema, das 2025 die Entwicklung des strategischen Geschäftsfelds 2 (SGF2) prägte. Sie stellt im weiten Feld der Verifizierung von Nachhaltigkeitsinformationen, das die SQS nicht vollständig abdecken kann, eine Nische mit Potenzial dar. Um dieses zu nutzen, wurden drei Massnahmen ergriffen. Unterstützt durch den in Zollikofen angesiedelten Fachbereich Nachhaltigkeitsdienstleistungen beantragte die SQS Italien bei der Accredia eine Akkreditierung gemäss der ISO/IEC 17029:2019. Das Ziel ist es, ab 2026 akkreditierte Verifizierungen von Treibhausgasbilanzen anbieten zu können. Die Schweizerische Akkreditierungsstelle begleitet diesen Prozess, um von den Erfahrungen der SQS zu profitieren und die Norm zu einem späteren Zeitpunkt gegebenenfalls auch selbst anzubieten. Damit wir bei Erhalt der Akkreditierung sofort die neue Verifizierungsdienstleistung anbieten können, bauten wir 2025 ein internationales Team von freien Auditorinnen und Auditoren auf. Schliesslich lancierten wir das Grundlagenseminar Treibhausgas-Bilanzierung nach ISO 14064-1.
Die kommerziell wichtigste Dienstleistung im SGF2 blieb die Verifizierung von esg2go-Ratings. Das Wachstum der vorangegangenen Jahre setzte sich 2025 nicht fort. Internationale politische und regulatorische Entwicklungen linderten – zumindest kurz- und mittelfristig – den Druck auf die Unternehmen, ihre Nachhaltigkeit zu bewerten und darüber zu berichten. Allerdings war unsere Botschaft an den Markt ohnehin stets gewesen, dass Nachhaltigkeit nicht als Compliance-Thema, sondern als strategischer Faktor der Zukunftsfähigkeit einer Organisation betrachtet werden sollte. Die Erhebung, Verifizierung und Interpretation von Nachhaltigkeitsinformationen ist insofern primär ein Instrument der Unternehmensführung. Deshalb wird esg2go als Bewertungstool des SPS eingesetzt. Aus derselben Überlegung heraus entwickelte der Verband HotellerieSuisse – unterstützt durch die SQS – im Berichtsjahr eine esg2go-Branchenlösung, damit Hotelbetriebe ihre Nachhaltigkeitsleistung effektiv messen und verbessern können.
Strategisches Geschäftsfeld 3
Die Weiterbildung im Bereich von Managementsystemnormen und -methoden hatte ein erfolgreiches Geschäftsjahr. Der Umsatz blieb praktisch konstant bei CHF 1.43 Mio. (im Vorjahr CHF 1.45 Mio.), obwohl das Angebot von 153 auf 144 Veranstaltungen reduziert wurde. 2024 hatten wir eine grosse Anzahl Webinare zur Ergänzung der ISO-Managementsystemnormen mit Aspekten des Klimawandels durchgeführt. 2025 gab es keinen derartigen ausserordentlichen Treiber von Angebot und Nachfrage.
Die Anzahl und der Anteil der Vor-Ort-Seminare am Gesamtangebot legten zu, von 58 auf 68 bzw. von 38% auf 47%. Die Zufriedenheit der Teilnehmenden ging – bei einer Höchstnote von 5,0 – auf hohem Niveau leicht zurück, von 4,6 auf 4,5. Diese Kennzahlen belegen, dass sich der Ansatz der SQS in der Weiterbildung bewährt. Er lässt sich wie folgt zusammenfassen:
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Keine Nachhaltigkeit ohne Ganzheitlichkeit. Unsere Bildungsangebote gründen auf demselben ganzheitlichen Ansatz, den wir in der Bewertung und Zertifizierung anwenden.
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Bildung ist kein Konservenprodukt. Wir verstehen Bildung als wechselseitigen Lehr-Lern-Prozess, in dem die Interaktion zwischen den Teilnehmenden und mit den Dozierenden entscheidend ist.
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Wissen muss Wirkung erzielen. Wir gestalten unsere Bildungsangebote ziel- und praxisorientiert.
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Die Mischung machts. Unsere erfahrenen Dozierenden bringen konzeptionelles Denken und praxiserprobtes Handeln zusammen.
Kein Abschluss ohne Anschluss. Unsere Schulungen sind so aufeinander abgestimmt, dass sich Berufstätige mit uns über Jahre hinweg vom Einsteiger zum Fachmann, von der Anfängerin zur Expertin weiterbilden können.