4.1 Ökologische Verantwortung
Grundlagen
Zum Vereinszweck der SQS gehört die Förderung der Wirtschaft durch Dienstleistungen im Bereich der nachhaltigen Unternehmensführung. Zudem wollen wir eine Vorbildfunktion einnehmen und uns für die Erreichung des Netto-Null-Ziels bis spätestens 2050 einsetzen, wie es vom Bundesgesetz über die Ziele im Klimaschutz, die Innovation und die Stärkung der Energiesicherheit vorgegeben ist. Von unserem Engagement für die Nachhaltigkeit zeugt nicht zuletzt die Mitgliedschaft beim UN Global Compact.
Im Bereich der ökologischen Verantwortung entfalten wir eine indirekte positive Wirkung durch die Zertifizierung von Managementsystemen, die Verifizierung von Nachhaltigkeitsbewertungen oder die Befähigung unserer Kundschaft mittels Seminare und Webinare. Dieses Kapitel klammert diese indirekten positiven Wirkungen jedoch aus und beschränkt sich auf die direkten und weiteren indirekten negativen ökologischen Auswirkungen unserer Geschäftstätigkeit.
Für die Wahrnehmung unserer ökologischen Verantwortung ist es zwingend, dass wir diese Auswirkungen messen und bilanzieren. Nur so können wir adäquate Massnahmen zur Reduktion der Auswirkungen etablieren. Die drei Scopes (nach dem GHG Protocol) unterteilen Treibhausgasemissionen (THG-Emissionen) in direkte (Scope 1), indirekte energiebezogene (Scope 2) und andere indirekte Emissionen (Scope 3). Warum weisen wir alle unsere Auswirkungen in Treibhausgasemissionen aus, also in CO2-Äquivalente (CO2e)? Der Grund liegt in der globalen Relevanz und der klaren Messbarkeit dieser Masseinheit.
Einbezug der Mitarbeitenden – Massnahmenplanung
Im Jahr 2025 liessen wir unsere THG-Bilanz-2024 erstmals durch eine akkreditierte Stelle verifizieren. Die Verifizierung durch Quality Austria im Frühjahr erfolgte aufgrund eines Entscheids der Geschäftsleitung. Sie ermöglichte es der zuständigen Fachstelle, das Jahr 2024 als Basisjahr zu definieren. Ein Basisjahr bildet die Grundlage für die Erarbeitung und Definition der Anstrengungen zur Reduktion von Treibhausgasemissionen. Vor dem Hintergrund der rechtlichen Anforderungen und unseres Vereinszwecks informierte die Fachstelle zunächst alle Mitarbeitenden – inklusive der freien Auditierenden – transparent über unsere Emissionen auf. Anschliessend führte sie eine Umfrage durch, um die Bereitschaft sowie Ideen der Mitarbeitenden zur Reduktion der Emissionen zu verstehen bzw. zu sammeln.
Die Umfrage lieferte folgende zentrale Erkenntnisse: Die Mehrheit der Mitarbeitenden unterstützt ein Engagement der SQS zur Reduktion der Treibhausgasemissionen und befürwortete einen relativ ambitionierten Absenkpfad. Zudem zeigte die Mehrheit eine grosse Bereitschaft, das eigene Verhalten zur Zielerreichung anzupassen. Unabhängig von der Tätigkeitsgruppe sahen die Mitarbeitenden die Glaubwürdigkeit, die Vorbildfunktion und die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben als zentrale Gründe für klimabezogene Veränderungen bei der SQS. Für die Umsetzung wurde vorgeschlagen, den Fokus auf konkrete und messbare Ziele, Anreizsysteme für klimabewusstes Verhalten sowie die Einbindung aller Mitarbeitenden zu legen. Zudem betonten viele die Wichtigkeit, eine gute Balance zwischen Klimazielen und der «wirtschaftlichen Realität» zu wahren. Diese Prämissen fliessen nun direkt in die Erarbeitung unserer Klimastrategie ein.
Die in der Umfrage gesammelten Ideen für konkrete Massnahmen wurden anschliessend im Rahmen einer zweiten Befragung auf ihre Akzeptanz bei den Mitarbeitenden hin evaluiert. Die Akzeptanz bildet ein Kriterium, anhand dessen 2026 ein Massnahmenportfolio erarbeitet wird. Die weiteren Kriterien sind die Wirkung, die Realisierbarkeit und die Kosten der Massnahmen. Bereits 2025 wurde die Massnahme beschlossen, ab dem 1. Januar 2026 Herkunftsnachweise für Strom aus Schweizer Wasserkraft zu beziehen. Da bis anhin Graustrom bezogen wurde, wird dies zu einer direkten Reduktion unserer Scope-2-Emissionen führen.
«Qualität sichtbar und greifbar zu machen, ist eine kommunikative Herausforderung, die ich bei der SQS täglich neu angehe. Genau diese Aufgabe treibt mich an.»
Adrian Hanselmann (Stv. Leiter Marketing und Kommunikation)